Die 150jährige Geschichte der 
Freiwilligen Feuerwehr Ortenberg

Sieben Männer machen den Anfang

Sieben junge Ortenberger Männer stellten sich im Juni 1870 die Aufgabe den Feuerwehrverein zu gründen. 10 Jahre zuvor war in Offenburg die dortige Feuerwehr gegründet worden und so konnte man auf die Erfahrungen des dortigen Gründungsmitglieds Haaker zurückgreifen. Der Gedanke, Feuersbrünste zu bekämpfen, war jedoch schon älter. Bereits 1843 hatte die Großherzoglich-Badische Regierung Feuerpiketts und Rettungsmannschaften aufstellen lassen. Voraussetzung für den Feuerwehrdienst waren Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit. Außerdem musste man „gedient“ haben. Im Jahr 1886 erteilte dann das Innenministerium die Genehmigung, um die Aufstellung einer freiwilligen Feuerwehr zu ermöglichen.

Der Feuerwehrverein nach 1900

Zur Jahrhundertwende hatte der Ortenberger Feuerwehrverein etwa 55 aktive und passive Mitglieder zu verzeichnen. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges enthielt das Mitgliedsbuch 101 Namen Ortenberger Bürger. Markante und entscheidende Meilensteine in der Geschichte der Wehr waren die Generalversammlungen, deren wichtigste Aufgabe in der Wahl des Kommandanten bestand. Aber auch das erste Jubiläum wurde beschlossen. Im Februar 1920 beschloss die Versammlung die Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum. Dass diese Festlichkeiten damals ein Erfolg waren, beweist der Chronist, als er schrieb, dass sich die benachbarten Wehren „….. in den frühen Morgenstunden nur schwerlich von den Ortenbergern trennen konnten.“ Die Nachkriegsjahre waren von der allgemeinen Situation in Deutschland gekennzeichnet. Nach der Besetzung Anfang 1923 mussten alle Zusammenkünfte von Le Commandant – Secteur D’Offenbourg genehmigt werden. Auch die Feuerwehr war dem Wandel ausgesetzt; leere Blätter in der Chronik sind eine Aussage über die damalige Zeit.

Ein Brand gab neuen Anstoß

Im Januar 1927 wurden von der Gemeinde 27 Mannschaftsröcke, 27 Messinghelme sowie 10 Beile und Rettungsseile angefordert. Ein Brand gab dazu neuen Anstoß – Am 15. Januar 1927 um 0.15 Uhr, brannte das Sägewerk Emil Huber, damals in der Bruchstraße gelegen, vollständig aus. Benachbarte Wehren beteiligten sich an der Löschaktion. Laut Chronist mussten 700 m Schläuche gelegt werden, um das Wasser zur Brandstelle zu bringen.

Löschzug_1930

Der Löschzug im Jahr 1930 beim 60jährigen Gründungsjubiläum mit der ersten Ortenberger Spritze

Kommando_1914

Das Kommando seit 1914 beim 60jährigen Gründungsfest 1930. Von links: Eduard Berg, Franz Glattfelder, Emil Harter.

Strenge Maßnahmen in der Vorkriegszeit

Den veränderten politischen Verhältnissen entsprechend, wurde in der Hauptversammlung vom 27. Juli 1935 nicht mehr gewählt, sondern die Gruppenführer vom Kommandanten nach dem Führerprinzip ernannt. Strenge Maßnahmen gegenüber Probenschwänzern wurden besonders zur Kenntnis gegeben. Die Jahre bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verlangten der Wehrmännern viel freiwilligen Hilfsdienst und persönliche Opfer ab, wie z. B. verstärkte Proben, Kreiswehrappelle, Sanitätsübungen, Alteisensammlungen usw. Die Zeit bis zum Mai 1945 war durch die Kriegsverhältnisse geprägt. Die meisten Feuerwehrleute wurden noch 1944 eingezogen, was die in ihrem Mark traf. Dennoch wurde im selben Jahr die erste Motorspritze angeschafft. Nach Ende des Krieges musste auf Anordnung der Besatzer wieder eine Feuerwehr aufgebaut werden, wobei die zulässige Höchststärke 27 Mann betrug. Sämtliches Gerät war im ehemaligen Rathaus und im Haus Otto Klein untergebracht. Proben mussten jeweils fünf Tage vorher genehmigt werden. Das Ausrücken in Uniform im geschlossenen Zug war verboten. Bei Beerdigungen von Feuerwehrangehörigen waren von der Leichenhalle bis hin zum Grab vier Uniformierte zulässig. Das Barvermögen der Wehr betrug nach der Abwertung noch 26,29 Mark.

1949

Neubeginn nach dem Kriege - der traditionelle Feuerwehrball lebt wieder auf

Die erste Hauptversammlung nach dem Kriege fand am 6.1.1949 statt. Die Mannschaftsstärke war immer noch auf 27 Mann festgesetzt. Der Kassenbestand war durch die Währungsreform gänzlich zusammengeschrumpft. In einer Sitzung am 8. Dezember 1949 wurde beschlossen, den traditionellen Feuerwehrball wieder aufleben zu lassen. Der erste Feuerwehrball der Nachkriegszeit fand schließlich am 6.1.1950 statt.

Wettkampfgruppe_1954

Stolz präsentierten sich die erste Wettkampf-Gruppe der Feuerwehr Ortenberg im Jahr 1954 mit ihrem TSA am Traktor.

Die Wehr erhält neue Statuten

In einer Sitzung am 17.10.1956 wurden die neuen Statuten der Wehr durchgesprochen, wonach die Neuwahl der kompletten Feuerwehrspitze notwendig war, was am 28. Oktober 1956 durchgeführt wurde. Eine technische Verbesserung erhielt die Wehr 1958 in Form einer Motorspritze TS8. In diesem Jahr - 1958 - hatte die Feuerwehr dann auch zwei Ernstfälle zu verzeichnen. Am 24. April brach oberhalb des Steinbruches ein Waldbrand aus, der jedoch bald gelöscht werden konnte. Einige Monate später, in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni, brach bei der damaligen Firma Boos & Hahn (heute Westiform) ein Feuer aus, bei dem ein Schaden von rund 200.000 DM entstand. Im Frühjahr 1959 erhielt die Wehr ihr erstes motorisiertes Fahrzeug, ein TSF - VW Kombi.

1960

90 Jahre wurden gefeiert

Das 90jährige Stiftungsfest wurde vom 14. bis 16. Mai 1960 gefeiert. Zahlreiche Wehren und Spielmannszüge waren in Ortenberg zu Gast. Nach dem sonntäglichen Kirchgang fand am Kriegerdenkmal eine Totenehrung mit Kranzniederlegung statt. Nach einer Übung beim Anwesen Karl Kiefer, Obere Matt, fand als Höhepunkt der Feierlichkeiten ein großer Festzug statt. 1962 musste die 1944 angeschaffte Tragkraftspritze ausrangiert werden – die Wehr erhielt eine neue Motorspritze TS8.

 

Neuzeitliche Unterbringung für die Wehr

Da der bisherige Geräteraum im Rathaus nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprach, beschloss der Gemeinderat, ein neues Gerätehaus für die Wehr zu bauen. Am 19. Oktober 1965 wurde Richtfest gefeiert und ein Jahr später, am 4. September 1966, konnte die Wehr in ihr neues Heim einziehen.

grundstein_1960

Modernes Löschfahrzeug - Stolz der Wehr

Das weitere Anwachsen des Ortes machte die Anschaffung eines größeren Feuerwehrautos immer dringlicher. Daher beschloss der Gemeinderat 1969, ein neues, großes Fahrzeug anzuschaffen und entschied sich nach Besichtigung mehrerer Fahrzeuge für ein LF8 schwer, Typ Magirus.

1970

Das 100jährige Jubiläum

Das 100-jährige Jubiläum wurde 1970 gebührend gefeiert. 100 Jahre Feuerwehr Ortenberg wurde von vielen Seiten als besonderes Jubiläum angesehen. In der Festschrift hob Kommandant Willi Lang besonders hervor, dass mit Idealismus allein in dieser materialistischen Zeit nicht viel zu erreichen sei, sondern es wichtig sei, junge Leute zum Dienst in der Feuerwehr - zum Dienst am Nächsten - zu überzeugen. Er rief die Jugend auf, sich für die Arbeit in der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. Vor dem Festbankett am Freitag wurde in eindrucksvoller Weise das neue Löschfahrzeug LF 8/8 der Ortenberger Feuerwehr übergeben. Pfarrer Friedrich Isenmann weihte das neue, in den damaligen Zeiten richtungsweisende Fahrzeug ein. Mit der beeindruckenden Aufführung des "Großen Zapfenstreichs", vorgetragen von Spielmannszug und Musikverein Ortenberg, endete das Jubiläumsbankett. Die große Schauübung am Samstag am Anwesen Erwin Mai, Bühlweggasse, unterstrich, wie schlagkräftig die Feuerwehr Ortenberg, jetzt verstärkt durch ein neues Fahrzeug, die ihr gestellten Aufgaben meistern kann. Unterstützt durch die Feuerwehr Offenburg präsentierte sich die Wehr so, wie es die Bürger von ihr erwarten. Der große Bunte Abend mit "internationalem Programm" erfreute die vielen Besucher und Feuerwehrangehörigen aus nah und fern. Im Rahmen des Festgottesdienstes am Sonntag wurde die neue Fahne der Feuerwehr Ortenberg von Pfarrer Isenmann geweiht und der Wehr übergeben. Der Festzug am Nachmittag war ein weiterer festlicher Höhepunkt und beschloss gleichzeitig das Jubiläum.

FFW-Ortenberg_1970

Erste Reihe, v.l.: Franz-Karl Kiefer, Josef Münchenbach, Josef Dresel, Albert Braun, Wilhelm Bilger, Karl Sieferle, Hermann Litterst (Bgm.), Willi Lang, Franz Scheurer, Johann Kaiser, August Harter, Rudolf Vollmer, Karl Berg.
Zweite Reihe, v.l.: Bernd Kiefer, Helmut Bürkle, Fritz Kern, Emil Schuler, Manfred Isenecker, Rudi Riehle, Eugen Basler, Erich Friedmann, Gottfried Buchert, Karl Mock, Franz Wöhrle, Alfons Danner, Albert Danner, Josef Schäfer, Erich Vollmer, Franz Herp.
Dritte Reihe v.l.: Wilhelm Frei, Karl-Peter Düren, Fridolin Mock, Walter Kiefer, Richard Berg, Erich Gegg, Wilfried Hahn, Erich Berg, Ernst Baumann, Herbert Luchner, Frieder Kiefer, Rudi Mayer, Karl Berg, Gottfried Kiefer, Josef Friedmann, Karl Glück, Josef Berg.
Hintere Reihe, v.l.: Werner Münchenbach, Hansjörg Schilli, Gustav Herp, Josef Münchenbach, Friedrich Bürkle, Hermann Mock, Erich Münchenbach, Josef Vollmer, Helmut Vollmer, Richard Kiefer, Franz Bürkle, Franz Buchert, Karl Stigler, Heinrich Herp, Alfons Sauer, Wilhelm Gremminger, Alois Leitermann.

 

Neue Aufgaben für die Wehr

Die rasante Entwicklung in Industrie und Wirtschaft machte auch vor den Feuerwehren nicht halt. Mehr und mehr wurden sie vor Aufgaben gestellt wie Technische Hilfe, Straßenverkehr, Chemie und Umwelt, was natürlich auch die entsprechenden Geräte erforderlich machte. Die 1933 angeschaffte Anhängeleiter AL 12, aus Holz gebaut, wurde am 16. September 1973 durch eine neue AL 16/4 ersetzt. !Alarm, Alarm!, die Sirene heult, die Glocken läuten, so hieß es viele Jahrzehnte, wenn Gefahr im Verzug war, die Feuerwehr eingreifen musste. Auch hier gab es einschneidende technische Veränderungen. 
Die "Stille Alarmierung" über Funkmeldeempfänger wurde 1978 in Ortenberg eingeführt und bis heute auf dem jeweils aktuellen Stand der Technik gehalten. 
Der 1959 beschaffte VW Kombi wurde 1977 vom TÜV aberkannt, daher musste ein neues Fahrzeug beschafft werden. Auf Vorschlag der Wehr entschloss sich der Gemeinderat für ein Fahrzeug vom Typ TSF.

1980

Technische Neuerung - ein neues MTW

War die Feuerwehrarbeit viele Jahre davon geprägt, Brände zu löschen, so verlagerten sich die Einsatzschwerpunkte mehr und mehr auf technische Hilfe, v. a. bei Unfällen im Straßenverkehr, Gefahrenabwehr usw. Die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens MTW mit entsprechender Ausrüstung wurde bereits 1986 diskutiert. Notwendige zusätzliche technische Geräte und Personal sollten mit diesem Fahrzeug bei Einsätzen die bereits vorhandenen Fahrzeuge ergänzen. Am 17. November 1989 durften wir das neue Fahrzeug in Empfang nehmen.

Neues Feuerwehrhaus

Die Unterbringung der Feuerwehr war in den letzten 125 Jahren sehr stark mit der Entwicklung Ortenbergs vom kleinen Dorf zur heutigen stattlichen Gemeinde verbunden. Das Feuerwehrhaus mit seinen vier Fahrzeugboxen (265m2), Funk- und Kommandoraum, Werkstatt (50m2), Schlauchtrocknung und sanitäre Anlagen im Erdgeschoss entsprechen nicht nur den Richtlinien, sondern auch den Vorstellungen einer dynamischen Wehr.

1990

Neue Satzung – der Feuerwehrausschuss entsteht

In der 116 Hauptversammlung am 31. März 1990 stand die Wahl des Kommandos und aufgrund der neuen Satzung auch die Neuwahl des Feuerwehrausschusses an. Der Kommandant wurde in seinem Amt bestätigt, der stellvertretende Kommandant Richard Kiefer musste sein Amt jedoch aus beruflichen Gründen abgeben. Nachfolger wurde Karl Stigler, der sich schon viele Jahre in der Wehr bewährt hatte. Der Feuerwehrausschuss wird laut Gesetz von den Angehörigen der Gemeindefeuerwehr gewählt. Kraft ihres Amtes gehören der Kommandant, sein Stellvertreter, der Leiter des Spielmannszuges sowie der Obmann der Altersmannschaft dem Feuerwehrausschuss an.

Frauen auf dem Vormarsch

Auch in der Feuerwehr machte der Einzug der Frauen nicht halt. Mit Bianca Kiefer wurde 1991 die erste Feuerwehrfrau in Ortenberg aufgenommen. Nur 3 Jahre später folgte Angelika Riehle (geb. Benz). Beide sind bis heute engagierte Feuerwehrfrauen und stehen mittlerweile als Gruppenführer den Männern vor. Stand 31.12.2018 sind es mittlerweile 7 Feuerwehrfrauen, die ihren Dienst in Ortenberg verrichten. Prozentual sind das bei 50 aktiven Mitgliedern ein Anteil von 14 Prozent. Der Landesdurchschnitt lag 2018 bei 5,8 Prozent.

1995

Das 125-jährige Jubiläum

Das denkwürdige Jubiläum wurde mit einem viertätigen Fest vom 26.-29. Mai 1995 groß gefeiert. Nach monatelanger Vorbereitung konnte Kommandant Hermann Mock die Feierlichkeiten am Freitag, 26. Mai 1995 mit einem Festbankett eröffnen. Musikalisch wurde das Festbankett vom Spielmannszug sowie dem Musikverein Ortenberg begleitet. Am Samstag gab es für die Ortenberger Bevölkerung eine großangelegte Schauübung, gemeinsam mit der Offenburger Feuerwehr sowie dem DRK Offenburg, im Bereich der damaligen Tankstelle Friedmann und den angrenzenden Gebäuden. Abends wurde in Kooperation mit Radio Ohr eine volkstümliche Jubiläumsgala durchgeführt. Mit einem ökumenischen Gottesdienst, begleitet vom ev. Posaunenchor, wurde der Festsonntag eröffnet. Gemeinsam zog man danach von der Kirche zum Festplatz, wo schon alles für einen zünftigen Frühschoppen vorbereitet war. Das Frühschoppenkonzert gestalteten der Fanfarenzug der FFW Meißenheim sowie der Spielmannszug Renchen. Gleichzeitig fand ein Spiel ohne Grenzen statt. Nach dem Mittagessen zog ab 14 Uhr der große Festzug durch Ortenbergs Hauptstraße. Die Straßen voll mit Besuchern zeigten sich viele Wehren auch mit ihren historischen Feuerwehrfahrzeuge und ließen im Anschluss das Zelt aus allen Nähten platzen. Musikalisch umrahmt durch die Trachtenkapelle Ortenberg sowie den vielen anwesenden Spielmanns- und Fanfarenzügen, wurden dazwischen die Sieger des „Spiel ohne Grenzen“ gekürt, bevor der Nachmittag gemütlich ausklang. Diese festliche Stimmung machte den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis.

 

Nachwuchsförderung mit einer eigenen Jugendfeuerwehr

In vielen Gemeinden wurden in den 90er Jahren (und auch schon früher) Jugendfeuerwehren gegründet, um den Nachwuchs zu sichern. Auch in Ortenberg wurde dieser Gedanke von sechs Feuerwehrleuten aufgefasst und in die Tat umgesetzt. Am 04.12.1997 um 19.30 Uhr konnte Kommandant Hermann Mock eine stattliche Anzahl Mütter und Väter mit ihren interessierten Sprösslingen im Unterrichtsraum des Feuerwehrhauses zur Gründungsversammlung der Jugendfeuerwehr begrüßen. Auch Bürgermeister Hermann Litterst, einige Gemeinderäte, Kreisjugendfeuerwehrwart Ludwig Riedlinger sowie einige Kameraden der Wehr und vom Feuerwehrausschuss waren anwesend. Die sechs aktiven Feuerwehrleute Angelika Benz, Bianca Kiefer, Stefan Herp, Dario Mock, Markus Riehle und Michael Uhl, welche die Jugendfeuerwehr leiten und betreuen wollten, stellten sich, ihre Motivation und Ziele den Anwesenden vor. Zum Ende der Versammlung hatten 18 Jugendliche, mit Genehmigung ihrer Eltern, schriftlich den Beitritt zur Jugendfeuerwehr erklärt. Einige spontane Spenden aus den Reihen der 62 Anwesenden bildete der Grundstock für die Kameradschaftskasse der Jugendfeuerwehr. Zeitweise musste im Laufe der Jahre ein Aufnahmestopp verhängt werden, da es einfach zu viele interessierte Jugendliche waren. Dies hat sich jedoch bis heute wieder relativiert. Ende 2018 sind 14 Jugendliche Mitglied der Jugendfeuerwehr. Bis zum heutigen Tag konnten aus den Reihen der Jugendfeuerwehr schon über 20 Mitglieder in die aktive Wehr aufgenommen werden.

Die 150jährige Geschichte der 
Freiwilligen Feuerwehr Ortenberg

Jugendfeuerwehr Ortenberg 2018 bei ihrer Jahreshauptübung am Vogtskeller in Ortenberg

Miami Fire Fighters

Für das Kommando war das Jahr 1998 sicherlich ein ganz besonderes. Sie gewannen beim Radio Ohr-Gewinnspiel um die beliebteste Feuerwehr der Region, einen fünftägigen „Löscheinsatz“ in Miami. Jedes Mal, wenn im Radio ein Signal ertönte musste bei Radio Ohr ein Anruf getätigt werden, was die Ortenberger Wehrleute und Bürger auch gern und oft taten – denn die Wehr mit den meisten Anrufen gewann die Reise. Nur ganz knapp abgeschlagen landete Ortenberg auf dem zweiten Platz hinter OG-Griesheim. Kurzerhand entschloss sich das Radio Ohr Team, auch die Ortenberger mit nach Miami zu nehmen. Und so konnten Hermann Mock und Karl Stigler beim Kameradschaftsabend von ihrer Reise ausführlich berichten. Sie zeigten Dias von Alligatoren, Villen reicher Amerikaner und natürlich von beeindruckende Fire Departments mit ihren Feuerwehrfrauen und -männer.

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Löschfahrzeug LF 8/6

Einweihung des neuen LF 8/6

Mit der Einweihung und offiziellen Übergabe des neuen Löschfahrzeuges LF 8/6 ging für die Feuerwehrleute ein seit geraumer Zeit gehegter Wunsch in Erfüllung. Nachdem das inzwischen 30 Jahre alte LF 8/8 reparaturanfällig geworden ist und auch längst nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik war, konnte die Wehr am Sonntag, 31.10.1999 mit Freude das neue Fahrzeug übernehmen. Nach dem Gottesdienst erbat Pfarrer Richard Huber bei der Einweihung vor dem Feuerwehrhaus den Segen Gottes und des Hl. Florian für das neue Fahrzeug und seine Benutzer. Danach übergab Bürgermeister Litterst die Fahrzeugschlüssel an Kommandant Mock mit den Worten: „Es ist ein besonderer Tag und ein Freudentag für die Feuerwehr und die Gemeinde, denn die Feuerwehr ist für uns alle da.“ Weiter führte er einige technische Details des 300.000 Mark teuren Fahrzeuges auf, und erwähnte, dass es „kein Spielzeug“ für die Feuerwehrleute, sondern für den Schutz der Nächsten, die in Not geraten sind wäre.

2000

50-jähriges Spielmannszug-Jubiläum

Seit 50 Jahren gehört der Spielmannszug zur Freiwilligen Feuerwehr. Das war Grund genug für eine große Feier am Samstag, 30.06. und Sonntag, 01.07.2001.„Trommeln, Pfeifen und Trompeten waren lange Zeit die einzige Möglichkeit, Nachrichten zu übermitteln“, sagte Kommandant Hermann Mock: „Was lag näher als diese auch zur Unterhaltung zu nutzen?“. Dies taten die musizierenden Floriansjünger in der Schlossberghalle dann auch ausgiebig. Den Abschluss des Abends gestalteten die beiden Spielmannszüge Ortenberg und Renchen durch gemeinsames Spielen; immer abwechselnd dirigierten Gustav Herp und Heinz Birk. Beim Schlussstück „In Harmonie vereint“ umarmten sich die beiden Stabführer; Birk dirigierte mit der linken, Herp mit der rechten Hand.

Kreis-Alterskameradentreffen am Winzerfestsamstag

„Keine Ruheabteilung“ titelte die Mittelbadische Presse in ihrem Bericht über das im Jahr 2004 von unserer Wehr ausgerichtetem Kreis-Alterskameradentreffen. Über 650 der insgesamt 2027 Ortenauer Alterskameraden fanden sich zum Jahrestreffen in unserer Obstgroßmarkthalle im Rahmen des Winzerfestes ein. Mit Darbietungen des Spielmannszuges, der Feuerwehrsingers, der Modenschau der Jugendfeuerwehr und „Hannes und sein Bürgermeister“ sowie einigen Grußworten, gestaltete sich ein kurzweiliger Nachmittag für die Alterskameraden. Dass den Besuchern der Nachmittag gefallen hat, zeigte sich, als sie gut gelaunt das „Badner Lied“ zusammen mit dem Spielmannszug schmetterten.

2005_Gruppe_FW-Ortenberg_all

Vordere Reihe v.l.: Markus Riehle, Angelika Riehle, Darío Mock, Stefan Herp, Herbert Herp, Thomas Lange, Karl Stigler, Hermann Litterst, Hermann Mock, Bianca Kiefer, Rainer Münchenbach, Klaus Riehle, Karl-Peter Düren, Gustav Herp.
Zweite Reihe, v.l.: Julia Lange, Markus Herp, Kilian Herp, Andreas Kiefer, Joachim Lang, Rainer Busam, Walter Kiefer, Schirmbeck, Reinhard Frei, Stefan Sieferle, Herbert Ilg, Armin Isenecker.
Dritte Reihe v.l.: Sarah Frei, Tobias Erdrich, Axel Rösch, Tobias Herp, Christof Kaiser, Christian Sieferle, ????, Manfred Kiefer, Friedrich Luchenr, Herbert Luchner, Hermann Riehle.
Hintere Reihe, v.l.: Christian Frei, Michael Uhl, Josef Riedinger Martin Kiefer, Ulrich Seiler, ????, Harald Wöhrle.

Neues Fahrzeug mit neuer Technik

Das 1978 angeschaffte TSF war fast 30 Jahre alt und es musste nun ein neues Fahrzeug mit neuer Technik angeschafft werden. Am 9. Juli 2008 konnte die Feuerwehr Ortenberg das neue Staffellöschfahrzeug bei der Fa. Bittiger in Empfang nehmen. Am 21. September 2008 wurde es im Rahmen des Pfarrfestes offiziell von der Gemeinde Ortenberg an die Feuerwehr übergeben und kirchlich geweiht.

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STLF

2010

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Mannschaftstransportwagen MTW

Neuer Mannschaftstransportwagen

Nach 23 Jahren hielt der Mannschaftstransportwagen (MTW) den technischen Neuerungen nicht mehr stand und musste ausgetauscht werden. Mit einem Festakt wurde am Sonntag, den 21. April 2012 der neue MTW feierlich der Feuerwehr Ortenberg übergeben. Vor der Schlüsselübergabe an Kommandant Karl Stigler unterstrich Bürgermeister Markus Vollmer in seinen Grußworten den Stellenwert der Feuerwehr innerhalb der Gemeinde und würdigte das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Karl Stigler ging in seiner Rede auf die technischen Daten des neuen Fahrzeuges ein. Im Anschluss erhielt das MTW aus den Händen von Kaplan Josef Mandy den kirchlichen Segen.

Weitere Kooperation

Nach dem mit Erfolg im Jahr 2012 eingeführten Schlauchpool, wurde 2014 ein Atemschutzpool mit der Feuerwehr Offenburg an den Start gebracht. Sowohl Schlauch- als auch Atemschutzmaterial werden nun nach jeder Probe oder nach jedem Einsatz zur Wache nach Offenburg gebracht, wo die Sachen gewartet, geprüft und wieder ausgegeben werden.

2020

Gruppe_FW-Ortenberg_all

Erste Reihe: Darío Mock, Markus Riehle, Angelika Riehle, Karl Stigler, Hermann Mock, Markus Vollmer, Thomas Lange, Markus Herp, Stefan Herp, Bianca Kiefer, Axel Rösch, Daniel Herp, Hannes Hoppler.
Zweite Reihe, v.l.: Conny Mock, Andreas Kiefer, Friedrich Luchner, Rainer Münchenbach, Armin Isenecker, Martin Kiefer, Marcus Kiefer, Michael Stigler-Waldeisen, Sarah Frei, Rainer Busam, Reinhard Frei, Daniela Uhl, Lukas Lange. Dritte Reihe v.l.: Daniel Busam, Marco Frei, Herbert Ilg, Klaus Riehle, Kirsten Isenecker, Harald Wörhle, Heiko Hartmann, Alexander Herp, Julia Lange, Christian Sieferle, Nico Isenecker, Adrian Scheuermann. Hintere Reihe, v.l.: Matthias Geiser, Leon Laubis, Manuel Walter, Manfred Kiefer, Kilian Herp, Sven Mecklinger, Tobias Erdrich, Ralf Herp, Manuel Herp, Patrick Wagner.

Jubiläum